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J. Christopher

FEINSTE PINOTS VON Dr. LOOSEN AUS OREGON: J. CHRISTOPHER!
J. Christopher gehört zu den bemerkenswerten Pinot-Noir-Erzeugern Oregons. Gegründet wurde das Weingut 1996 von Jay Somers. Schon früh setzte er auf Pinot Noir aus den besten Lagen des Willamette Valley. 2005 begann seine Zusammenarbeit mit dem deutschen Riesling-Pionier Ernst „Erni“ Loosen. 2009 kaufte Loosen ein 40 Acre großes Grundstück in den Chehalem Mountains. Dort entstanden der eigene Appassionata Vineyard und die heutige Kellerei. 2019 übernahm Loosen J. Christopher vollständig.

Heute ist Erni Loosen Eigentümer. Kellermeister und Leiter von Weinbereitung und Weinbau ist Timothy Malone. Er kam bereits 2006 zum Betrieb und kehrte 2020 als Head Winemaker zurück. Malone lernte unter anderem bei Cameron und Flowers.
Das Herzstück ist der eigene Appassionata Vineyard in den Chehalem Mountains. Das Anwesen umfasst 40 Acres. Die Weinberge selbst sind Teil eines größeren, sehr vielfältigen Grundstücks. Insgesamt wurden dort elf verschiedene Bodentypen identifiziert. Neben Appassionata bewirtschaftet J. Christopher auch den nahe gelegenen Medici Vineyard selbst. Weitere Trauben stammen von langjährigen Partnern. Dazu gehören unter anderem Bieze in den Eola-Amity Hills und Yamhill Vineyards in Yamhill-Carlton. J. Christopher ist damit eine Mischung aus Estate-Weingut und hochwertigem Grower-Projekt.

Die Region ist von berühmten Namen geprägt. In den Chehalem Mountains liegen unter anderem Adelsheim, Ridgecrest und zahlreiche weitere Pionierbetriebe. In den Dundee Hills, aus denen J. Christopher ebenfalls Trauben bezieht, finden sich Namen wie Domaine Drouhin, Domaine Serene, Archery Summit und Sokol Blosser. J. Christopher arbeitet damit mitten in einem der bedeutendsten Pinot-Noir-Gebiete der USA.

Pinot Noir ist die wichtigste Rebsorte. Dazu kommen Chardonnay, Sauvignon Blanc und Riesling. Auch Rosé und kleinere Spezialcuvées gehören zum Sortiment. Die Weinberge sind teilweise mit älteren Reben bestockt. Besonders wichtig ist der alte Medici Vineyard. Bei Appassionata steht dagegen die Vielfalt der Parzellen und Böden im Vordergrund.

Die Böden unterscheiden sich stark. Appassionata ist vor allem von vulkanischem Basalt geprägt. Daraus entstehen strukturierte, mineralische Pinot Noirs mit heller Frucht. In den Dundee Hills dominiert der berühmte rote Jory-Boden. Er besteht aus verwittertem Basalt mit Lehm, Schluff und Ton. In Yamhill-Carlton stehen die Reben dagegen auf alten marinen Sedimentböden. Diese Unterschiede sind ein wichtiger Teil der J.-Christopher-Philosophie.

Im Weinberg setzt man auf nachhaltige Bewirtschaftung. Appassionata wird nach Salmon-Safe-Richtlinien bewirtschaftet. Große Teile des Grundstücks wurden bewusst naturbelassen. Alte Eichen, Wald und Feuchtgebiete bilden einen Lebensraum für Tiere. Die Trauben werden von Hand gelesen. Im Keller wird nach Herkunft und Qualität getrennt gearbeitet. Der Ansatz ist bewusst langsam und zurückhaltend. Spontane Vergärungen und lange Reifezeiten gehören zur Philosophie. Bei den Pinot Noirs kommen unterschiedliche Holzfässer zum Einsatz. Die Weine werden nicht auf maximale Frucht oder Kraft getrimmt. Entscheidend sind Textur, Balance und Herkunft.

Der Ausbau erfolgt überwiegend in französischer Eiche. Der Holzeinsatz bleibt dabei zurückhaltend. Historisch wurden die Pinot Noirs bis zu 18 Monate im Fass ausgebaut. Ziel ist nicht ein ausgeprägtes Holzprofil. Vielmehr soll das Fass Struktur und Tiefe geben. Die genaue Neuholzquote variiert je nach Cuvée und Jahrgang. Für das gesamte Sortiment lässt sich deshalb kein einheitlicher Prozentsatz nennen.

Die Rotweine durchlaufen die malolaktische Gärung. Sie werden mit natürlichen Hefen vergoren und anschließend lange auf ihrer Struktur entwickelt. Schönung und Filtration werden möglichst zurückhaltend eingesetzt. Historisch wurde beispielsweise bei einzelnen Pinot Noirs bewusst auf Schönung verzichtet. Das passt zur Philosophie des Hauses: möglichst wenig Eingriff und möglichst viel Herkunft.

Stilistisch erinnert J. Christopher eher an Burgund als an einen üppigen New-World-Pinot. Die Weine sind fein, präzise und elegant. Rote Beeren treffen auf Kräuter, Gewürze und mineralische Noten. Dazu kommen seidige Tannine und eine lebendige Säure. Besonders die Lagenweine zeigen deutlich, wie unterschiedlich die einzelnen Böden und Mikroklimata schmecken können.

Die Fachpresse begleitet J. Christopher seit vielen Jahren sehr positiv. Das Weingut wurde mehrfach in die „Top 100 Wineries“ von Wine & Spirits aufgenommen. Auch Wine Spectator, Wine Enthusiast und Wine Advocate haben verschiedene Weine hoch bewertet. Besonders die Lagen-Pinots genießen einen sehr guten Ruf. Die Fachwelt schätzt vor allem die Verbindung aus Finesse, Herkunft und Reifepotenzial.

Ein wichtiger Teil der Geschichte ist Jay Somers. Er gilt als einer der prägenden Winzer der zweiten Generation Oregons. Seine Ausbildung bei David Adelsheim und John Paul bei Cameron formte seinen klaren, burgundisch geprägten Stil. Nach der Trennung von Loosen gründete er 2019 J.C. Somers Vintner. J. Christopher selbst entwickelte sich unter Loosen und Timothy Malone weiter. Die Verbindung zu Somers ist dennoch ein wichtiger Teil der DNA des Hauses.

Auch die Namen der Weine haben Persönlichkeit. „Appassionata“ geht auf Beethovens Klaviersonate Appassionata zurück. Loosen wollte damit seine Leidenschaft für Pinot Noir und seine musikalische Seite verbinden. „Nuages“ bedeutet auf Französisch „Wolken“. Der Name verweist auf die herbstliche Bewölkung Oregons und die dadurch verlängerte Reifezeit. Die Etiketten und Namen sind damit eng mit Loosens und Somers' persönlicher Geschichte verbunden.

Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist besonders bei den Einstiegsweinen interessant. Sie bieten bereits viel vom typischen J.-Christopher-Stil. Die großen Lagenweine sind deutlich teurer. Dafür erhält man kleine Produktionen aus renommierten Weinbergen. Im Vergleich zu großen Burgunder-Namen bleibt Oregon hier oft noch erstaunlich zugänglich.

Das Besondere an J. Christopher ist die Verbindung zweier Weinwelten. Ein deutscher Spitzenwinzer bringt seine Erfahrung aus der Mosel nach Oregon. Dazu kommt die Pionierarbeit von Jay Somers. Heute führt Timothy Malone diese Idee weiter. Das Ergebnis sind Oregon-Pinots mit viel Geduld, wenig Make-up und klarer Herkunft.

Das Besondere von J. Christopher ist damit die Verbindung aus erstklassigen Willamette-Valley-Lagen, burgundischer Finesse und deutscher Präzision. Eigener Appassionata Vineyard, alte Grower-Beziehungen und eine außergewöhnliche Vielfalt an Böden machen das Weingut zu einem der spannenderen Namen der nördlichen Willamette Valley.



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