Schreiblehner Wein bewegt

Wir über uns
Josef Schreiblehner (Weinakademiker WSET)Der Weinversandhandel von Josef Schreiblehner wurde im Juli 2012 in Vachendorf bei Traunstein (Chiemgau) gegründet. Für mich, 1975 in Tulln (Niederösterreich) geboren, ist das der logische nächste Schritt meines beruflichen Werdegangs. Meine Vorliebe gilt den Weinen aus Bordeaux, Österreich und Kalifornien sowie Schaumweinen, insbesondere aus der Champagne. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass diese Gebiete auch den Großteil des Sortiments ausmachen. Mit Weinen aus diesen Regionen kann ich mich stark identifizieren, ich trinke sie selbst gerne und auch meine Erfahrungen und Kompetenzen kommen mit den Weinen aus diesen vier Weinbaugebieten am stärksten zum Tragen. Ich werde mich jedoch auch anderen Spitzenweinen nicht verschließen. Fantastische Weine gibt es überall auf der Welt und nicht zuletzt durch die Ausbildung an der Weinakademie habe ich mir Objektivität und Offenheit bewahrt bzw. angeeignet. Haben Sie schon einmal einen traumhaften Pinot Noir aus Central Otago, dem südlichsten Weinbaugebiet der Welt (Neuseeland) probiert? Oder kennen Sie die österreichische Rebsorte Neuburger? Es gibt Dinge, die man als Weinfreund nicht missen sollte. Ich konzentriere mich hauptsächlich auf den Spitzenweinbereich, mit einer Mischung aus bekannten Namen und einem gewissen Maß an Geheimtipps und Neuentdeckungen. Für den preisorientierten Käufer werde ich immer eine überschaubare Auswahl an Weinen unter 15 Euro zusammenstellen.


Werdegang
Wirt sollte ich eigentlich werden, das Landgasthaus meiner Eltern in Atzelsdorf bei Tulln (Niederösterreich) übernehmen. Alles war vorbereitet. Die Hotelfachschule samt Matura (Abitur) war bereits absolviert und die Bundeswehrpflicht abgedient. 


Doch dann kam alles ganz anders. Ein Freund vermittelte mich kurzfristig ins Top Hotel Hochgurgl im Ötztal. Eigentlich wollte ich in die Küche, aber da dort keine Stelle frei war, kam ich als Speisenträger in den Service. Der nächste Zufall wollte es, dass ich nach nur einem Arbeitstag eine freie Stelle in der Bar zugewiesen bekam. Das war ein Glücksfall für mich. Anstatt eine ganze Wintersaison Tabletts zu tragen durfte ich als Demi-Chef de Bar eine illustre Kundschaft wie Spitzen-Unternehmer, Minister aus der Kohl-Ära oder Bekanntheiten wie Mehmet Scholl betreuen. 


Einen Winter später war ich schon Chef de Rang. Ich merkte schnell, dass ich mich mit Wein auskennen sollte, wenn ich richtig gut sein will. Also genossen meine damaligen Kollegen und ich nach Feierabend anstatt des obligatorischen Bieres eine gemeinsam finanzierte Flasche Wein. Jeden Tag ein anderer Wein, so lange bis wir die für uns leistbaren Weine der Weinkarte durch hatten. So sammelte ich rasch ein gutes Basiswissen an, auch durch Weinreisen und dem Studium zahlreicher Fachliteratur. Die Sommersaisonen nutzte ich zum Lernen, u. a. in der französischen Schweiz (Neuchatel) um mein Französisch zu verbessern. Die dortige Nähe zum Burgund und Piemont nutzte ich natürlich zu Weinreisen.



Im Winter zurück in Hochgurgl passierte der nächste Zufall. Das Top Hotel Hochgurgl Serviceteam war sehr ehrgeizig und fuhr gemeinsam zum Abendessen in die Residenz Heinz Winkler. Perfekten Service wollten wir erleben – den sahen wir schließlich auch. Und dann haben wir noch die Gebrüder Fabrice und Renaud Kieffer kennen gelernt, die viele Jahre den Service in Aschau leiteten. Fortan besuchten uns die Gebrüder Kieffer regelmäßig in Hochgurgl und eine Freundschaft entstand. Fabrice merkte bald, dass man mit mir etwas anfangen konnte und holte mich als Chef de Rang ins Serviceteam der Residenz. Das war ein Quantensprung für mich! Von der Urlaubsgastronomie in ein Weltklasse-Restaurant mit damals 2 Sternen im Guide Michelin. Diese Chance konnte ich mir zum Leidwesen meiner Eltern, die mittlerweile meinen älteren Bruder in die Geschäfte involvierten, nicht entgehen lassen! Ich stürzte mich in die Arbeit um meine Wissenslücken zu füllen, studierte die Weinkarte, das Käsebrett, den Zigarren-Humidor sowie den Aperitif- und den Digestifwagen. Jeder freie Tag wurde zum Essengehen in namhaften Restaurants genutzt, unzählige Weine wurden genossen, zumeist nur das Beste. Ein richtig gutes Team waren wir damals in der Residenz Heinz Winkler, kein Wunder, dass sich bald der 3. Michelin Stern einstellte. Absoluter Wahnsinn! 



Doch was sollte noch folgen, was gab es mehr als 3 Sterne? Ich beschloss aus der Gastronomie auszusteigen. Natürlich hatte ich in Aschau schon Bekanntschaft mit den Gebrüdern Unger von Unger Weine gemacht, einer der führenden Händler für Spitzenweine in Deutschland. Sie waren zu diesem Zeitpunkt zufällig auf der Suche nach einem Weinfachmann, der sich im Weinland Kalifornien auskannte. Das konnte ich bieten, denn ich war zu jener Zeit schon zwei Mal im Napa Valley. Für Bang & Olufsen galt es ein Konzept für eine Weindegustations-Tour in deren Shops zu entwickeln. Das war eine Herausforderung, die mir gerade Recht kam. Bang & Olufsen Central Europe stellte mich als Event-Koordinator an und ich setzte das entwickelte Konzept und einige weitere Eventformate sehr erfolgreich um – eine fantastische Erfahrung!

Dann rief Unger Weine und ich übersiedelte zurück nach Aschau, ins damals noch fünfköpfige Unger Weine Team. Mehr als neun Jahre sollten es werden, in denen ich unvergessliche Momente erleben durfte und wertvolle Erfahrungen in der Weinbranche sammeln konnte. Ich leistete meinen Beitrag zum Erfolg und Wachstum des Unternehmens. 2012 war dann die Zeit gekommen, eine Pause einzulegen. Die berufliche Intensität der letzten Jahre – parallel hatte ich noch die Weinakademie (WSET) absolviert, geheiratet und eine Familie gegründet - hatten Spuren hinterlassen. Nach einigen Monaten Auszeit begann ich mich den Herausforderungen der Selbständigkeit zu stellen. Gleichzeitig erfülle ich mir damit einen lang gehegten Traum. Ich kann weiter mit Freude und Leidenschaft mein Hobby als Beruf ausüben und die Freude am Wein mit Ihnen teilen!

Herzlichst Ihr